Seminar in Bad Pyrmont.

Die Kreisgemeinschaft Lyck veranstaltet in der Zeit vom 30.4. bis 2.5.2018 in der DRK-Landesschule in Bad Pyrmont ein interessantes Seminar unter dem Titel: „Ostpreußen, Grenzen, Land und Leute, Behörden, Landsmannschaft“. Für das Seminar konnten anerkannte  Referenten gewonnen werden. Es sprechen Dr. Manuel Ruoff von der Preußischen Allgemeinen Zeitung, der Historiker und Autor Dr. Andreas Kossert, Kreisältester Gerd Bandilla und Hubertus Hilgendorff, Kreisvertreter Rastenburg und Vorsitzender des Trägervereins Landesmuseum Lüneburg.

 

Den Teilnehmern werden die Reisekosten erstattet. Der Preis für die Unterkunft und Verpflegung beträgt pro Person 50,00 EURO.

 

Anmeldungen zu dem Seminar bei

 

Gerd  Bandilla, Tel. 02235/77394,

 

eMail: g-bandilla@t-online.de oder

 

 postalisch: St.-Agnes-Str. 6, 50374 Erftstadt.

 

 

Anmeldungen werden bis zum 31. Januar 2018 erbeten. 

Programm für das Seminar in Bad Pyrmont
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verbindliche Anmeldung
Seminar verbindl. Anmeldung.pdf
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Ostpreußenreise 2018

Informationen bzgl. der Ostpreußenreise 2018
Kombinierte „Schiffs & Bus - Ostpreußen- Reise“ 10 Tage,
der Kreisgemeinschaft Lyck
Memel, Kur. Nehrung, Memelland, Nördl. Masuren, Kreis Lyck(Elk)
Programm Lyck 2018 Reise.pdf
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Anmeldeformular Ostpreußenreise 2018
Anschreiben mit Anmeldeformular 2018
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BdV - Polnische Reparationsforderungen entbehren rechtlicher und moralischer Legitimität

170909 Polnische Reparationsforderungen
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Anerkennungsleistung für deutsche Zwangsarbeiter
Bund der Vertriebenen, Godesberger Allee 72-74, 53175 Bonn
Anerkennungsleistung für deutsche Zwangs
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Private, billige Lückenfüller im Streckennetz
Vor 125 Jahren trat das preußische Kleinbahngesetz in Kraft – Die Folgen reichen von Selfkant im Westen bis Lyck im Osten

Aus PAZ Nr. 30
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Gazeta Olsztynska vom 25.07.2017

 

Der Minister liquidiert das Militärkrankenhaus 108 in Lyck

Übersetzt von Gerd Bandilla

 

Ende Juni stand im Ministerialblatt des Ministers für Volksverteidigung der Erlass in der Angelegenheit Liquidierung des Militärkrankenhauses 108 in Lyck. Der Beginn der Liquidierung ist der 1. Juli, aber die medizinischen Dienste sollen Ende November 2017  enden.

Im Ministerialblatt des Ministeriums für Volksverteidigung ist der Erlass des Ministers Antoni Macieriewicz über die Liquidierung des Militärkrankenhauses 108 in Lyck veröffentlicht. Wie in dem Dokument zu lesen ist, ist der Beginn der  Liquidierung der 1. Juli, aber die medizinische Tätigkeit soll Ende November enden. Die  volle Liquidierung soll am 31. Januar 2018 beendet sein. Der Erlass verpflichtet den Kommandanten des Krankenhauses zur Durchführung der Liquidierung. Die Verpflichtungen sowie die Einrichtungen und das Areal  der Krankenhauses gehen auf das Ministerium für Volksverteidigung über.

Über die organisatorischen Veränderungen des Lycker Krankenhauses wurde schon seit Längerem gesprochen. Der Pressesprecher des Ministeriums für Volksverteidigung informierte uns (die Gazeta Olsztynska), dass das Ministerium in Kürze weitere Informationen über die Planungen im Rahmen der Liquidierung und über die Gewährleistung der ununterbrochenen Gesundheitsfürsorge der Lycker Einwohner geben wird.

 

Wahrscheinlich entsteht an selber Stelle eine Filiale eines anderen Krankenhauses und die Kontinuität der Gesundheitsfürsorge wird nicht unterbrochen. Das Krankenhaus ändert nur seinen Namen und seine Organisationsstruktur. 

 

Auf dem Soldatenfriedhof in Bartossen bettete man die leiblichen Überreste von 2947 Opfern des II. Weltkriegs um

 

Aus Gazeta Olsztynska vom 18.7.2017

 

Übersetzt von Günter Donder, Köln, im Juli 2017

 

 

Am 15. Juli bettete man in Bartossen die leiblichen Überreste von Kriegsgefangenen des Lagers in Glinki bei Thorn um. Im Laufe mehrerer Monate Exhumierungsarbeiten stieß man auf Massengräber mit den Überresten von fast 3 Tsd. Frauen, Männern und Kindern. Am gleichen Tag wurden 24 Opfer des I. Weltkriegs umgebettet.

 

Bei Bartossen im Kreis Lyck wurde 1993 ein Soldatenfriedhof angelegt. Ihm fehlen sämtliche Anzeichen einer militärisch gefärbten Anlage. Auf allen Stelen sind nur die Namen, keine Dienstgrade, eingemeißelt. Dieses Gräberfeld entstand in Zusammenarbeit der Fundation Pamięć (v. Ü. Erinnerung, Gedächtnis) mit der Deutschen Kriegsgräberfürsorge in Kassel.

Dort ruhen nun die Gebeine der in Ostpreußen gefallenen deutschen Soldaten. Es wird geschätzt, dass während des letzten Krieges auf polnischem Gebiet etwa 460 Tsd. gefallen sind. Nicht viel weniger waren es im I. WK.

Auf diesem Friedhof begrub man nun annähernd 3 Tsd. Opfer hauptsächlich aus dem letzten Krieg, aus einem Gefangenenlager in Glinki bei Thorn, das von den Deutschen angelegt worden war. Der Hauptanteil der Toten sind Rotarmisten. Nachdem im letzten Kriegsjahr die Rote Armee das Lager einnahm, starben dort auch deutsche Soldaten an den Folgen von Verwundungen, Krankheiten und Hunger.

Das erste dieser Massengräber wurde in den 1990er Jahren entdeckt. Bei Bauarbeiten folgten andere und man exhumierte 2974 Tote – hauptsächlich Männer, aber auch Frauen und Kinder waren die Opfer. Das war für die polnische Fundation Pamięć die größte Entdeckung während ihres Bestehens.

Bei den Feierlichkeiten der Umbettung nahmen teil: Vertreter der Deutschen Kriegsgräberfürsorge, der deutsche Militärattaché Oberst Andreas G. Meister, Vertreter der Stadt Thorn, der Landgemeinde Lyck, des Historischen Museums von Lyck und andere uniformierte Verbände sowie Geistliche. Der erste Teil der Feierlichkeiten fand auf dem militärischen Teil des Lycker Friedhofs statt.

Dr. Dirk Reitz von der Deutschen Kriegsgräberfürsorge sagte:

„Wir treffen uns auf dem Friedhof in Elk, dem früheren Lyck, auf dem Verstorbene aus verschiedenen historischen Zeitabschnitten bestattet liegen, was aber am wichtigsten ist – verschiedener Nationalitäten. Unsere Devise heißt Arbeit für einen Frieden. Fast hundert Jahre befassen wir uns mit Soldatengräbern und sind ständig bemüht allen Gefallenen einen würdigen Ruheplatz zu geben. Die Zukunft bedarf Wurzeln und Wurzeln sind das historische Bewusstsein. Wenn wir also von einer gemeinsamen Zukunft sprechen, einem vereinten Europa, dann dürfen wir die schmerzhaften Kriegsereignisse nicht vergessen.“

Danach begab man sich auf den Soldatenfriedhof in Bartossen, wo die Überreste der 2974 Opfer aus Thorn beigesetzt wurden. In zwei großen Gräbern waren die kleinen schwarzen Särge in mehreren Reihen aufgestellt.

Anfang 2017 erhielten wir einen Brief von Herrn Fritz, geboren 1922, Teilnehmer des II. Weltkriegs und Kriegsgefangener im Lager von Thorn. Er beschrieb seine Erlebnisse und meinte, er könnte nun auch hier unter den Toten sein. Hier ein Ausschnitt seines Briefes, den Tore May von der Kriegsgräberfürsorge verlas:

„Im eingekesselten Graudenz an der Weichsel wurde ich Gefangener der Roten Armee. Nach einem dreitägigen Marsch ohne Wasser und Verpflegung gelangten wir nach Thorn. Unterwegs tranken manche Kameraden blutgetränktes Wasser aus den Straßenpfützen. Vor dem sowjetischen Gefangenenlager erhielten wir das erste Essen. Es bestand aus amerikanischem gemahlenem Fleisch, das viel Fett enthielt. Gierig verschlangen wir es und bekamen Durchfall. Als ich aus einer Ohnmacht erwachte, lag ich auf einem Haufen Toter. (…) Wie durch ein Wunder gelang es mir, aus diesem Berg herauszurobben und kam in einer Baracke an. Meine Kameraden luden dort viele Tote auf Wägen und schafften sie ohne Pferdehilfe aus dem Lager. Später erfuhr ich, dass sie die Toten in große Gräben warfen. Die Erkennungsmarken wurden nur ab und zu abgenommen. 1949 kehrte ich heim und hoffte irgendwann etwas über Thorn zu hören.“

Herr May bemerkte weiter, dass es in der Mehrzahl Kriegsgefangene gewesen seien, aber es befänden sich darunter auch Frauen, Kinder und andere zivile Männer. An Erkennungsmarken sei ihnen gelungen 200 Stück aufzufinden, wovon 50 Verwandte der Toten identifiziert werden konnten. Diese wüssten nun, wo ihre Gefallenen die letzte Ruhestätte gefunden hätten.

 

Danach begab man sich in einen anderen Teil des Friedhofs, wo 24 Tote des I. Weltkriegs umgebettet wurden. Ihre Überreste fand man beim Straßenbau in der Nähe von Bialystok.

Das 15. Ortstreffen von Morgengrund, Mostolten, Siegersfeld, Stettenbach und Baitenberg fand in diesem Jahr vom 09. – 11. Mai, nach einer einjährigen Pause, wieder in Bad Pyrmont statt.

 

Der Einladung der Ortsvertreterin  von Morgengrund Anorthe Nilson, geb. Czudnochowski, folgten 20 heimatverbundene Teilnehmer(innen). Das familiäre Treffen fand in der romantischen Hotel Pension Villa Königin Luise in der Schloßstrasse statt.

Nach der Begrüßung und der Vorstellung einiger neuer Teilnehmer verlas Dieter-J. Czudnochowski ein Grußwort der Kreisvertreterin Bärbel Wiesensee, umrahmt mit dem Gedicht „Ostpreußische Gastfreundschaft“.  Ein gemeinsam gesungenes Lied, von Günter Donder auf der Mundharmonika begleitet, stimmte alle auf die kommenden Stunden des regen Gedankenaustausches ein.

Eine Foto-Präsentation vergangener Treffen lockerte  mit fröhlichen Bemerkungen den Abend auf.

Am folgenden Tag erfreute uns Günter Donder mit einem Auszug aus seinen selbst verfassten Veröffentlichungen mit dem Beitrag der Geschichte „Die Freundschaftsglocke“.

Um das Geschichtsbewußtsein etwas aufzufrischen referierte Gerd Bandilla über das „Kirchspiel Baitenberg“.

Das schöne Wetter lud zu einem individuell gestalteten Kurparkbesuch ein. Nach dem Fototermin folgten alle der Einladung der Ortsvertreterin zum gemeinsamen Kaffeetrinken ins Bärchen-Café.

Der Abend stand unter dem Motto frühere Ostpreußen-Reisen.

Gerd Bandilla, der seit 1971 schon 107 Ostpreußenreisen vorweisen kann, gab zu zwei Reisen persönliche Erklärungen ab.  Ausgewählt wurde die Reise 2007 mit einer Hagener Delegation  und 2011, seine letzte von ihm organisierte Fahrt. In einer kleinen fröhlichen Runde klang der erlebnisreiche Tag aus.

Der nächste Tag begann mit einem Ständchen für Elisabeth Hüsgen, die ihren 82. Geburtstag feierte.

Den Vormittag bereicherte Günter Donder mit weiteren selbst erlebten Geschichten aus seinem Buch „Kurze Geschichten, die das Leben schrieb“. Desweiteren gab er einen kleinen Einblick in sein künstlerisches Malerleben durch einige mitgebrachte Porträt-Gemälde.

Zum Ende der Veranstaltung dankte er im Namen aller Anwesenden der Organisatorin Anorthe Nilson für den gelungenen Ablauf und überreichte ihr ein persönliches Buchgeschenk.

Die versammelten Teilnehmer beendeten diese harmonischen Tage mit dem Singen des Ostpreußenliedes.

 

Mit großer Zustimmung ist ein weiteres Treffen für das Frühjahr 2018 geplant.

 

 

Ostpreußen hat Zukunft

Begegnung, Erinnerung und Zukunftswillen prägten das Jahrestreffen der Landsmannschaft Ostpreußen in Neuss

Am vergangenen Sonnabend veranstaltete die Landsmannschaft Ostpreußen (LO) anstelle der bisherigen zweitägigen Deutschlandtreffen, die alle drei Jahre stattfanden, erstmals ein Jahrestreffen der Ostpreußen in Neuss. Wenn auch in kleinerem Rahmen, erwartete die Besucher auch bei diesem Treffen ein reichhaltiges Programm, das auf großen Zuspruch stieß. Die Sorge, dass die rund 900 Personen Platz bietende Stadthalle nicht gefüllt werden könnte, war schnell vom Tisch. Zahlreiche Ostpreußen und Freunde Ostpreußens fanden den Weg nach Neuss, sodass die Veranstaltung bis auf den allerletzten Platz ausverkauft war.

Den Auftakt des Jahrestreffens bildete eine Kranzniederlegung am nur wenige Meter von der Stadthalle entfernten Gedenkstein „Vergesst den deutschen Osten nicht“. Stephan Grigat, Sprecher der LO, erinnerte an die Opfer von Flucht und Vertreibung und deren Vermächtnis für die nachfolgenden Generationen.

Kaum, dass die Stadthalle ihre Tore geöffnet hatte, herrschte überall ein emsiges Treiben. Für gute Stimmung sorgte das abwechslungsreiche musikalische Vorprogramm des Musikvereins Holzheim 1956 e.V.

Als das Glockengeläut des Königsberger Doms die Festveranstaltung eröffnete, wurde so manches Auge feucht. Auch der anschließende Einmarsch der Fahnenstaffel bewegte viele. Marschmusik, gespielt vom Musikverein Holzheim, verlieh ihm einen angemessenen musikalischen Rahmen. Den Aufruf der einzelnen Fahnen der ostpreußischen Heimatkreise nahm der Heimatsänger Bernd Krutzinna, seinen ostpreußischen Landsleuten eher unter seinem Künstlernamen BernStein bekannt, vor: „Im Bewusstsein ihrer Verantwortung vor Gott und den Menschen, von dem Willen beseelt, die nationale und staatliche Einheit zu wahren und als gleichberechtigtes Glied in einem vereinten Europa dem Frieden der Welt zu dienen, bekennen sich die geflüchteten und vertriebenen Ostpreußen auf der Grundlage der Charta der deutschen Heimatvertriebenen zu ihrer Heimat Ostpreußen. Das gesamte deutsche Volk bleibt aufgefordert, in Solidarität zu seinen Vertriebenen zu stehen. Wir rufen die ostpreußischen Heimatkreise.“ Nach dem Einmarsch der einzelnen Kreisfahnen folgte der Aufruf der „Fahne unserer Heimat Ostpreußen“: „Dir gilt unser Streben und Schaffen für ein freies und ungeteiltes Land in einem freien Europa.“

Das geistliche Wort sprach der ermländische Pfarrer Domherr André Schmeier, der seit 20 Jahren als Seelsorger für die Deutsche Volksgruppe in Ostpreußen tätig ist. Den Ostpreußen seit Jahren bekannt und mit der Thematik von Flucht und Vertreibung bestens vertraut, fand er sofort Zugang zu seinen Zuhörern. Schmeier erinnerte an das diesjährige Luther-Jubiläum und daran, dass der Glaube Ostpreußen geprägt habe und dass es dieser Glaube gewesen sei, der den Ostpreußen in Zeiten höchster Not Kraft und Zuversicht gegeben habe. Heute dagegen befinde sich der Glaube in einer tiefen Krise, stellte der katholische Geistliche besorgt fest. Kaum einer habe noch eine konkrete Vorstellung von Gott. Doch er machte seinen Zuhörern Mut, indem er ihnen die Hoffnungsperspektive aufzeigte, die im christlichen Glaubensbekenntnis liege.

Ein von großen Emotionen begleiteter Moment war die Totenehrung durch das LO-Vorstandsmitglied Wolfgang Thüne. Alle Anwesenden erhoben sich von ihren Plätzen, um sich „in Ehrfurcht zu verbeugen vor allen Toten aller Völker, aller Zeiten“. Insbesondere gedachten sie „in Würde der Toten unseres deutschen Volkes wie unserer Heimat, aller Toten, die in fast 800-jähriger Geschichte in ostpreußische Erde gebettet wurden, der Mütter und Väter, der Kinder, Jugendlichen und Greise, die im Kriege, auf der Flucht, bei der Vertreibung, bei der Verschleppung wie in den Arbeits- und Elends- und Gefangenenlagern“ ums Leben gekommen und ermordet worden seien. Mögen ihre Gräber auch eingeebnet und verwahrlost, aufgebrochen, ausgeraubt und geschändet worden sein, sie blieben uns nah, denn sie gehörten uns, wie wir ihnen gehörten, so Thüne weiter. In das Gedenken schloss er auch die gefallenen deutschen Soldaten sowie die Angehörigen der Kriegs- und der Handelsmarine ein, die im Kampf um Ostpreußen und bei der größten Rettungsaktion der Geschichte ihr Leben gegeben hätten. Thüne schloss die Totenehrung mit den Worten: „Tot ist nur, wer vergessen ist. Unsere Toten sind bei uns, in unseren Herzen – sie mahnen uns zu Gemeinsinn, Toleranz und Frieden.“

Der Bürgermeister von Neuss, Reiner Breuer (SPD), hieß die Ostpreußen in seiner Stadt herzlich willkommen – in heutiger Zeit eine nicht selbstverständliche Geste, wie die Ostpreußen bei früheren Treffen an anderen Orten erfahren mussten. Umso dankbarer hörten sie, wie das Stadtoberhaupt das Jahrestreffen als Ausdruck der Erinnerung an die verlorene Heimat würdigte. Flucht, Vertreibung und Versöhnung seien Teil der Biografie einzelner, aber auch ganzer Familiengeschichten. Die Ostpreußen trügen ihre Heimat im Herzen, und das sei gut so. Denn deshalb würden sie sich auch auf vielfältige Weise in Ostpreußen engagieren und einen wichtigen Beitrag zur Völkerverständigung leisten.

Einen eher ungewöhnlichen Aspekt stellte Hans-Jürgen Petrauschke (CDU) an den Anfang seines Grußwortes. Als Landrat des Rheinkreises-Neuss freute er sich über die große Bedeutung, welche die Kreise für die Ostpreußen hätten. Auch er würdigte die Integrationsleistung der deutschen Vertriebenen und deren enge Zusammenarbeit mit Institutionen und Personen in der Heimat. Die derzeitige Flüchtlingswelle zeige, welche Bedeutung Heimat habe. Petrauschke beendete sein Grußwort mit Zuversicht: „Nur, wer zur Zukunft positiv steht, kann sie positiv gestalten. Das Beste liegt noch vor uns.“

Die Vertriebenen sind an oberflächliche Phrasen und seit Jahren auch an Distanzierungsrituale seitens der Politik gewöhnt. Umso wohltuender war es für die in Neuss versammelten Ostpreußen, von Politikern der beiden großen Parteien Worte der Sympathie und der ehrlichen Anteilnahme an ihrem Schicksal zu hören.

Großen Applaus erntete Heinrich Hoch, der Vorsitzende des Verbandes der Deutschen Gesellschaften in Ermland und Masuren, zu Beginn seines Grußwortes, als er feststellte, er sei 16 Stunden nach Neuss gefahren, aber er wisse schon jetzt: „Es hat sich gelohnt.“ Hoch ließ keinen Zweifel daran, dass die Deutschen in Ostpreußen noch viele Aufgaben zu erfüllen hätten. Anschließend nannte er mehrere, zum Teil gemeinsam mit der LO durchgeführte, Veranstaltungen als Symbole für das friedliche Zusammenleben von Polen und Deutschen und Ausdruck der Bedeutung der deutschen Volksgruppe.

In seiner Festansprache machte Stephan Grigat, Sprecher der LO, deutlich, dass die Landsmannschaft auch in Zukunft beharrlich, unvermindert und von politischem Gegenwind unbeeindruckt für Ostpreußen und die Rechte der Ostpreußen eintreten werde. Außerdem nahm er sich einige politische und gesellschaftliche Fehlentwicklungen vor. Der große Beifall ließ keinen Zweifel daran, dass er mit seinen Worten den Nerv seiner Zuhörer getroffen hatte (siehe Redemanuskript unten).

Eine besondere Ehrung vor großem Publikum wurde Jürgen Zauner, dem langjährigen Vorsitzenden und nunmehrigen Ehrenvorsitzenden des LO-Landesverbandes Nordrhein-Westfalen, zuteil. In Würdigung „seiner außergewöhnlichen und langjährigen, mit einer großen öffentlichen Wirksamkeit für Ostpreußen verbundenen Leistungen“ verlieh die LO ihm ihr Goldenes Ehrenzeichen. Die Ehrung nahmen Grigat, der die Laudatio hielt, und Wilhelm Kreuer, Zauners Nachfolger als Landesvorsitzender, gemeinsam vor.

Der Nachmittag stand ganz im Zeichen des von Bernd Krutzinna moderierten Kulturprogramms. Den Anfang machte die Tanzgruppe Saga aus Bartenstein, die Ostpreußische Volkstänze aufführte. Der aus dem Kreis Tilsit stammende Schauspieler Herbert Tennigkeit gab unter dem Motto „Woher kommen die Marjellchens“ Geschichten und Gedichte, Heiteres und Besinnliches aus Ostpreußen zum Besten. Zur Freude der Besucher bediente er sich dabei immer wieder auch des heimatlichen Idioms. Die DJO Sing- und Spielschar Klingende Windrose präsentierte ein breites Repertoire an Volkstänzen und Liedern „von Ostpreußen bis Nordrhein-Westfalen“. Zum Abschluss des Jahrestreffens unternahm BernStein gemeinsam mit den Besuchern eine musikalische „Reise nach Ostpreußen“. Mit seinem Computer warf er stimmungsvolle Bilder an die Großleinwand. Die Fotos und Lieder aus und über Ostpreußen trieben so manchem Besucher Tränen in die Augen. Das Live-Erlebnis überwältigte alle, vor allem dann, wenn sie mithilfe der auf die Leinwand projizierten Liedtexte mitsingen konnten.

Das Jahrestreffen der Ostpreußen war sozusagen ein Versuch – einer, bei dem es nicht bleiben wird. Der Andrang im Foyer und volle Sitzreihen im Saal ließen es zu einem vollen Erfolg werden.     

PAZ

Bericht vom Regionaltreffen Nord in Lübeck am 23.04.2017

 

Mit dem Glockengeläut der Lycker Kirche begann das Treffen um 11 Uhr.

Heidi Mader begrüßte die 28 Anwesenden, die sich trotz des kalten und stürmischen Wetters auf den Weg nach Lübeck gemacht hatten. Die Kreisvertreterin Bärbel Wiesensee übermittelte die Grüße vom Vorstand der Kreisgemeinschaft, nahm anschließend die Totenehrung vor. Sie berichtete von den vielen Aktivitäten in der Heimat, gab eine Vorschau auf das Heimattreffen Ende August 2017 in Hagen und über die Planung einer Busreise im Juni 2018 nach Lyck. Michael Mader gab anschließend Informationen über den Buchverkauf. Reinhard Donder, Familiengeschichtsforscher der KG Lyck, informierte die Anwesenden mit einem detaillierten Bericht über die Anfänge der Kreisgemeinschaft in Hamburg und den Beginn der Landsmannschaft Ostpreußen. Alte Zeitungsausschnitte aus dieser Zeit rundeten seinen Beitrag gekonnt ab. Landsmann Elimar Labusch sprach über seine Tätigkeit, sich als Zeitzeuge in Schulen zur Verfügung zur stellen und über ein umfassendes Interview einer Tageszeitung. Heidi Mader, die auch den Arbeitskreis Mittlere Generation leitet, berichtete über die vielfältigen Aktionen im Jahr 2016 und März 2017 und informierte über die Herbstfahrt im Oktober 2017, die diesmal nach Berlin geht.

 

Mit dem gemeinsamen Singen des Ostpreußenliedes: ,,Land der dunklen Wälder“, fand der offizielle Teil sein Ende . Nach dem gemeinsamen Mittagessen gab es noch genug Zeit, um sich auszutauschen. 

Bilder (09.01.2017) aus Lyck aufgenommen von Dr. Rafal Zytyniec

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hessenstein, die Trakehnerstatue vom Ostheim, hat die Reise von Bad Pyrmont nach Lüneburg gut überstanden.


Jetzt schmückt die Pferdestatue das Ostpreußische Landesmuseum.

Wasserturm von Lyck
Wasserturm von Lyck

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