in dieser Rubrik werden Veranstaltungen veröffentlicht, die nicht von der Kreisgemeinschaft Lyck veranstaltet werden. Anfragen zu den jeweiligen Veranstaltungen bitte direkt an die Veranstalter schicken. Diese Informationen sind rein informativ, die Kreisgemeinschaft Lyck hat mit den Veranstaltungen nichts zu tun.

Die Darstellung von Flüchtlingsschicksalen im deutschen Spielfilm nach 1945
2017 KS Programm.pdf
Adobe Acrobat Dokument 213.0 KB
2017 KS Anmeldeformular.pdf
Adobe Acrobat Dokument 62.7 KB

Ausstellung „Orte, die es nicht mehr gibt“

Ausstellung des ZgV im Kronprinzenpalais, Berlin

Sehr geehrte Damen und Herren,

in der Anlage erhalten Sie unseren Flyer zur derzeit im Berliner Kronprinzenpalais gezeigten Ausstellung „Verschwunden - Orte, die es nicht mehr gibt“.

Wir laden Sie, Ihre Familien und Freunde ein, die Ausstellung zu besuchen und die Ursachen des Verschwindens kennen zu lernen. Inhaltlich nimmt sich die Schau der verschwundenen Dörfer, Kirchen, Schlösser, Friedhöfe, aber auch der menschlichen Bezüge an, die nach der Vertreibung 1945 untergegangen sind. Die Ausstellung wird durch einen Film und Zeitzeugeninterviews ergänzt.

Gerne können Sie auch Führungen durch die Ausstellung buchen.

Bitte leiten Sie die Information an Ihre Mitglieder oder Interessierte weiter.

Weitere Informationen finden Sie unter:

http://www.ausstellung-verschwundeneorte.de .

Vielen Dank.

Flyer - Verschwunden - Orte, die es nich
Adobe Acrobat Dokument 2.0 MB

Landsmannschaft Ostpreußen, Landesgruppe M-V

17389 Anklam, Hirtenstr. 7a, Tel. 09371 - 245 688

 

 

 

 

Wenn die Heimat ruft

 

21. Landestreffen der Ostpreußen in Mecklenburg-Vorpommern

 

NEUBRANDENBURG.   –   Das volle Haus, der gute Geist und die fröhliche Atmosphäre sind Markenzeichen bei den Ostpreußen in Mecklenburg-Vorpommern. Zum 21. Landestreffen am 8. Oktober 2016 kamen wieder 1.500 Landsleute aus der näheren und weiteren Umgebung nach Neubrandenburg – so viel wie auch in den Vorjahren. 40 fleißige Helfer hatten das große Jahn-Sport-Forum mit leuchtenden Sonnenblumen, den Fahnen und Schildern aller ostpreußischen Stadt- und Landkreise prächtig ausgeschmückt. An der Hallendecke schwebte ein neues riesiges Transparent mit dem Trakehner Tor. Landesvorsitzender Manfred Schukat verwies in seiner Begrüßung erfreut auf die seit 20 Jahren nicht nachlassenden Besucherzahlen, darunter sogar Ostpreußen aus dem fernen Australien und 120 Landsleute aus allen drei Teilen der Heimat, allen 16 Bundesländern und allen 40 ostpreußischen Heimatkreisen. Auch wenn die meisten Besucher aus Mecklenburg-Vorpommern kamen, waren auch Busgruppen aus Hamburg, Bremen, Iserlohn und der Altmark angereist. Als Ehrengäste erschienen der litauische Botschafter Deividas Matulionis aus Berlin, die DDR-Bürgerrechtlerin Freya Klier, der älteste Urenkel des letzten deutschen Kaisers, Pfarrer Philip Kiril Prinz von Preußen, der Bundessprecher der Landsmannschaft Ostpreußen, Stephan Grigat, sowie der Neubrandenburger Oberbürgermeister Silvio Witt.

 

Der Landesposaunenchor Vorpommern umrahmte die Fest- und Feierstunde am Vormittag. Emotionaler Höhepunkt war der Einzug von 68 Heimatfahnen zu den Klängen des Trakehner Marsches und von den Landsleuten mit stehendem Applaus begrüßt. In seinem geistlichen Wort rief Pfarrer Philip von Preußen zur Besinnung auf die geistlichen Wurzeln und zur Hoffnung auf die ewige Heimat bei Gott auf. Nach dem bewegenden Totengedenken stimmten die Ostpreußen ihre Heimathymne vom „Land der dunklen Wälder und kristallnen Seen“ an. Den Reigen der Grußworte eröffnete der litauische Botschafter, der zum vierten Mal am Landestreffen MV teilnahm. Diesmal stellte er einen neuen litauischen Roman „Salz für die See“ vor, welcher die Flucht aus Ostpreußen aus deutscher, polnischer und litauischer Sicht thematisiert und seit kurzem in Deutsch vorliegt. Alle vor Ort erworbenen Bücher signierte der Botschafter am Ehrentisch eigenhändig. Freya Klier las aus ihrer Dokumentation „Wir letzten Kinder Ostpreußens“, in der auch das Schicksal von Doris Festersen beschrieben wird, die als Kind bis 1947 in Königsberg verblieb und heute in Neubrandenburg lebt. Am Büchertisch wurden alle Exemplare restlos verkauft und von der Autorin signiert. Mit dem Ruf „Ostpreußen lebt!“ grüßte der Sprecher der Bundeslandsmannschaft, Stephan Grigat, seine Landsleute und forderte sie auf, der Heimat und den Zusammenkünften treu zu bleiben. Grüße aus der Heimat überbrachten Magdalena Piklaps, Ehrenvorsitzende der Deutschen in Memel, und Barbara Rużewicz vom Dachverband der deutschen Gesellschaften in Ermland und Masuren. Für die Arbeit der deutschen Kriegsgräberfürsorge warb Landesgeschäftsführer Karsten Richter. Eine Spendensammlung im Saal zugunsten des Volksbundes erbrachte 1.200 Euro. Die gemeinsam gesungene deutsche Nationalhymne beendete den Vormittag. 

 

Bärenfang und Heimatklang

 

 

Das ostpreußische Kulturprogramm war wieder prall gefüllt – auch die Mittags- und Kaffeepausen wurden von Heimatsänger Bernstein zügig durchmoderiert. Alle Ensembles stellten ihr exzellentes Können unter Beweis. Ob die Jugendtanzgruppe SAGA Bartenstein und die Chöre STIMME DER HEIMAT Lötzen und WARMIA Heilsberg oder die Schülerinnen des Hermann-Sudermann-Gymnsiums Memel und der Chor HEIDE Heydekrug – die musikalischen Grüße aus der Heimat verfehlten ihre Wirkung nicht. Die Darbietenden hatten tagelange Hin- und Rückreisen auf sich genommen, nur um in Neubrandenburg dabei zu sein. Seit 2006 werden die Heimatchöre nun schon das 11. Mal zu den Landestreffen eingeladen. Auch der russische KANT-Chor Gumbinnen war eigens aus dem Königsberger Gebiet gekommen und brillierte durch seine phantastischen Stimmen. Zwei Kulturgruppen aus Mecklenburg-Vorpommern vertraten das Gastgeberland: Das Mecklenburg-Pommeraner Folklore-Ensemble Ribnitz-Damgarten führte wunderschöne Volkstänze in Originaltrachten und mit echter Instrumentalmusik auf. Leiter Holger Hurtig „erbte“ vor Ort eine Pomehrendorfer Trachtensammlung, die eine Thüringer Ostpreußengruppe in gute Hände geben wollte. Als zum Schluss der Shantychor „De Klaashahns“ aus Rostock-Warnemünde die gute Stimmung krönte, zog eine endlose Polonaise mit über hundert Teilnehmern mehrere fröhliche Runden durch den Saal. Zum großen Finale kamen alle Mitwirkenden noch einmal auf die Bühne, stimmten gemeinsam mit den Besuchern das Ostpreußenlied an und sangen zum Schluss mit allen „So ein Tag, so wunderschön wie heute“. Der Landesvorsitzende dankte den Ostpreußen für ihre große Treue, der fleißigen Helferschar am Einlass, der Kasse und den Ständen, den Gästen aus der Heimat sowie den vielen kleinen und großen Spendern und dem Justizministerium MV für die Förderung. So steht unter dem Strich wie immer eine „schwarze Null“. Auch der Rekordumsatz am Büchertisch und über 6.000 Fläschchen verkaufter Bärenfang halfen mit, die Unkosten zu decken. Manfred Schukat lud die Ostpreußen herzlich zum nächsten Landestreffen MV am 23. September 2017 in die Kongresshalle Schwerin ein – „so Gott will und wir leben und gesund sind.“

Kulturzentrum Ostpreußen

im Deutschordensschloß Ellingen/Bay.

Ausstellungs- und Veranstaltungsprogramm 2017

 

                                           Sonderausstellungen und Veranstaltungen

03.09.2016 - 05.03.2017     800 Jahre Deutscher Orden

                                       in seiner Residenz Ellingen

 

18.03. - 14.05.2017            Tilsit - Die Stadt ohne Gleichen!

 

02.04.2017                        Frühlingserwachen - der etwas andere Ostermarkt

 

13.05.2017                        Sammler- und Tauschtreffen -

Postgeschichte und Philatelie

 

20.05. - 10.09.2017               Herzog Albrecht von Brandenburg-Ansbach und die Reformation im Preußenland

 

21.05.2017                        Internationaler Museumstag

 

16.09.2017 - 08.04.2018      Aquarelle und Zeichnungen des Elbinger                                        Architekten und Künstlers Alfred Arndt (1898-1976)

 

25./26.11.2017                  22. Bunter Herbstmarkt

 

                                               Kabinettausstellungen

Januar ­­– März 2017                   Land der vielen Himmel - Memelländischer Bilderbogen

                                               Die Fotosammlung Walter Engelhardt

April – August 2017                   Käthe Kollwitz - die Königsberger Jahre

September – Dezember 2017     Von der Groeben - ein ostpreußisches Adelsgeschlecht

          

Ausstellungen in Ost- u. Westpreußen

 

Dauerausstellungen zur Stadtgeschichte in

Stuhm, Schloß                                 Saalfeld, Stadtverwaltung               

Pr. Holland, Schloß                          Lyck, Wasserturm                           

Rosenberg, Hist. Feuerwehrhaus     Lötzen, Festung Boyen                   

Goldap, Haus der Heimat                 Johannisburg, Städt.  Kulturhaus   

Rastenburg, I. Liceum

 

**************************************************************

Ganzjährig                             Dauerausstellung zur Geschichte und Kultur Ostpreußens im neuen Altvaterturm

auf dem Wetzstein bei Lehesten, Thüringer Wald

**************************************************************

 

Kulturzentrum Ostpreußen Schloßstr. 9 91792 Ellingen/Bay.

Öffnungszeiten: Dienstag – Sonntag    10 – 12 und 13 – 17 Uhr  (April – September)

                                                         10 – 12 und 13 – 16 Uhr  (Oktober – März)

Telefon 09141-8644-0                     info@kulturzentrum-ostpreussen.de

Telefax 09141-8644-14                    www.kulturzentrum-ostpreussen.de      

                                                        www.facebook.com/KulturzentrumOstpreussen

 

 

- Änderungen vorbehalten -

Veranstaltungskalender 2017 m. Bild_1710
Adobe Acrobat Dokument 400.7 KB

Kulturzentrum Ostpreußen

im Deutschordensschloß Ellingen/Bay.

Ausstellungs- und Veranstaltungsprogramm 2016

 

                                           Sonderausstellungen und Veranstaltungen

 

19.09.2015 - 28.02.2016     Die Reichskanzler der Weimarer Republik

                                            Ausstellung der Stiftung Reichspräsident-                                              Friedrich-Ebert-Gedenkstätte, Heidelberg

 

13.03.2016               Frühlingserwachen - der etwas andere Ostermarkt

 

13.03. - 29.05.2016            Schloß Lekow - Renaissance eines Gutes in Pommern

04.06. - 21.08.2016            Der Tiermaler Dieter Schiele - Pferde und Jagd

22.05.2016                         Internationaler Museumstag

 

03.09.2016 - 05.03.2017     800 Jahre Deutscher Orden

                                             in seiner Residenz Ellingen

 

19./20.11.2016                    21. Bunter Herbstmarkt

 

                                                          Kabinettausstellungen

Januar ­­– April 2016                   Vom Zauber alter Städte - Ermland und Masuren

Mai – September 2016               500 Jahre Reinheitsgebot: Bier und Brauereien

                                               in Ostpreußen damals und heute

Oktober – Dezember 2016         Land der vielen Himmel -                                                                    Memelländischer Bilderbogen

                                               Die Fotosammlung Walter Engelhardt

          

Ausstellungen in Ost- u. Westpreußen

 

Dauerausstellungen zur Stadtgeschichte in


Stuhm, Schloß                                 Saalfeld, Stadtverwaltung               

Pr. Holland, Schloß                          Lyck, Wasserturm                                     

Rosenberg, Hist. Feuerwehrhaus     Lötzen, Festung Boyen                   

Goldap, Haus der Heimat                 Johannisburg, Städt.  Kulturhaus   

Rastenburg, I. Liceum

 

*********************************************************

Ganzjährig                             Dauerausstellung zur Geschichte und Kultur Ostpreußens im neuen Altvaterturm

auf dem Wetzstein bei Lehesten, Thüringer Wald

*********************************************************

 

Kulturzentrum Ostpreußen Schloßstr. 9 91792 Ellingen/Bay.

Öffnungszeiten: Dienstag – Sonntag    10 – 12 und 13 – 17 Uhr  (April – September)

                                                         10 – 12 und 13 – 16 Uhr  (Oktober – März)

Telefon 09141-8644-0                     info@kulturzentrum-ostpreussen.de

Telefax 09141-8644-14                    www.kulturzentrum-ostpreussen.de      

                                                        www.facebook.com/KulturzentrumOstpreussen

 

- Änderungen vorbehalten -

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Mitglieder,


in seiner Dissertation über heimatvertriebene Apotheker nach dem Zweiten Weltkrieg sucht der Doktorand Jochen Schröder Apothekerfamilien, die nach 1945 aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten und den von Deutschen bewohnten ost- und südosteuropäischen Gebieten in die Bundesrepublik oder in das Gebiet der früheren DDR kamen. Sind Sie selbst betroffen, oder kennen Sie Nachfahren von vertriebenen Apothekern?


Im Institut für Geschichte der Pharmazie in Marburg forscht Jochen Schröder über die Vertreibung und Integration deutscher Apotheker nach dem Zweiten Weltkrieg. Schröder: „Bitte melden Sie sich, wenn Sie Kenntnisse, Archivmaterial oder Fotos über Apotheker aus dieser Zeit besitzen. Wir freuen uns über Ihre Hilfe!“


Kontakt: Jochen Schröder, Haidlenstraße 23, 70597 Stuttgart, Telefon (0711) 46 29 11, Fax (0711) 765 33 84, E-Mail: jochen.schroeder@staff.uni-marburg.de, oder: Professor Christoph Friedrich, Institut für Geschichte der Pharmazie, Roter Graben 10, 35032 Marburg, Telefon (06421) 28 22 829, ch.friedrich@staff.uni-marburg.de .

Auch um Fotos bittet Jochen Schröder. Hier eine Aufnahme aus Heinrichswalde: Der Apotheker Gehrmann 1928 vor seinem Geschäft.








Bild: Bildarchiv der Kreisgemeinschaft Elchniederung im www.bildarchiv-ostpreussen.de

Bei Fragen wenden Sie sich gerne an mich.

Mit freundlichen Grüßen
Hanna Frahm
 
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Hanna Frahm M.A.
Landsmannschaft Ostpreußen e. V.
Buchtstraße 4
22087 Hamburg
Tel.: 040 / 414008 - 26
Fax: 040 / 414008 - 19
frahm@ostpreussen.de
www.ostpreussen.de

Landsmannschaft Ostpreußen e. V.
Vorstand: Stephan Grigat, Gottfried Hufenbach
Geschäftsführer: Dr. Sebastian Husen
St.-Nr. 17 454 00 309 - Ust.-ID: DE 118718969 Amtsgericht Hamburg, VR 4551 HSH Nordbank, Kto. 180 901 000; BLZ 210 500 00

Zwangsarbeiterentschädigung bleibt ein Gebot der Gerechtigkeit
Bund der Vertriebenen - Pressemitteilung
150629 PM-14-15 Zwangsarbeiterentschädig
Adobe Acrobat Dokument 115.5 KB

Touristik Webseite der Stadt Lyck (auf polnisch) oben rechts kann mittels Google die Sprache auf Deutsch gewechselt werden.


Link zur Webseite: Touristik-Lyck






»Das hat sie nicht verdient«


Der Streit um das Bad Nenndorfer Denkmal von Agnes Miegel, der »Mutter Ostpreußens«, hat ein trauriges Ende gefunden

Das amtliche Schreiben aus Bad Nenndorf habe sie sehr deprimiert, erzählt Dr. Marianne Kopp. Sie wolle als Vorsitzende der Agnes-Miegel-Gesellschaft doch die Schönheit des Werks der Dichterin bekannt machen und nicht zusehen müssen, wie ihr Andenken verleumdet werde. Der Brief von der Stadtverwaltung war in einem schroffen Beamtendeutsch gehalten. Man möge doch bitteschön das Denkmal bis zum 13. Februar 2015 aus dem Kurpark entfernen. 
Nachdem der Bürgerentscheid am 11. Januar dieses Jahres für den Erhalt der etwa einen Meter großen Bronze-Statue im Kurpark gescheitert war, hatten es die Verantwortlichen im niedersächsischen Bad Nenndorf anscheinend sehr eilig, das in Ungnade gefallene Objekt loszuwerden. 
Ihr Schreiben ist der vorläufige Schlusspunkt eines Vorgangs, der nicht nur die Anhänger von Agnes Miegel entsetzt. Profilierungssucht, Ignoranz und Scheinheiligkeit zerstören das Ansehen einer Dichterin, die es wie keine andere vermocht hat, ostpreußische Themen über den Bereich der Heimatliteratur hinaus in den Raum der großen deutschen Literatur zu stellen.
Aber von Anfang an: Nach der Flucht aus Königsberg im Februar 1945 mit einem der letzten Flüchtlingsschiffe findet Agnes Miegel einige Jahre später in Bad Nenndorf ihre Altersheimat (siehe auch PAZ-Ausgabe 43 von 2014, Seite 10). Eineinhalb Jahrzehnte lang ist sie hier als Künstlerin tätig und schafft unter anderem Altersgedichte, die zu den schönsten der deutschen Literatur gehören. Kritikerpapst Marcel Reich-Ranicki wird sie unter anderem dafür Jahre später in seinen Kanon der deutschen Literatur aufnehmen.
Aber auch zu Lebzeiten ist die „Mutter Ostpreußens“ eine hochverehrte Künstlerin. In ihrem Haus in Bad Nenndorf empfängt sie prominente Besucher und Verehrer, darunter im Juni 1961 auch Willy Brandt, damals Kanzlerkandidat der SPD und Regierender Bürgermeister von Berlin.
Als Agnes Miegel am 26. Oktober 1964 im Alter von 85 Jahren stirbt, wird sie als Ehrenbürgerin der Gemeinde Bad Nenndorf auf dem dortigen Bergfriedhof bestattet. 1969 gründet sich dann die Agnes-Miegel-Gesellschaft. Von der Gemeinde kaufen ihre Mitglieder 1971 das Bad Nenndorfer Haus, in dem die Dichterin zur Miete gewohnt hatte. Sie setzen es instand und machen es wenige Jahre später der Öffentlichkeit als Gedenkstätte zugänglich. 1994, zum 30. Todestag von Agnes Miegel, wird dann die Bronze-Statue, gefertigt vom Essener Bildhauer Ernst Hackländer, im Kurpark eingeweiht. Der Unternehmer Willibald Völsing stiftete die Skulptur der Agnes-Miegel-Gesellschaft. Ausdrücklich auf Wunsch des damaligen Kurdirektors Hans-Joachim Schick wird sie nicht am Haus der Dichterin platziert. Stattdessen soll sie den Kurpark verschönern. „Was kann es Schöneres geben, als Agnes Miegel … für ihr dichterisches Wirken in Bad Nenndorf besondere Anerkennung entgegenzubringen“, erklärt noch im Jahre 2004 Hartmut Manthey, ebenfalls ein ehemaliger Kurdirektor des Ortes.
2013 folgt dann die abrupte Kehrtwende: Ein Ratsbeschluss legt fest, dass die Skulptur entfernt werden muss. Agnes Miegel wird ihre Nähe zum Nationalsozialismus vorgeworfen. Unter anderem habe sie ein verherrlichendes Gedicht auf Adolf Hitler geschrieben. Nach 1945 habe sie sich niemals vom Nationalsozialismus distanziert. 
Kompletter Unfug, sagen Miegel-Experten. „Agnes Miegel war nie ein politisch denkender Mensch und durchschaute nicht, wie das NS-Regime sie für seine Ziele und Zwecke instrumentalisiert“, erklärt zum Beispiel Marianne Kopp. „So erlag sie, wie unzählige andere, dem Banne Hitlers und seiner Propaganda und trat der NSDAP bei – zumal Hitler sich in dem seit dem Versailler Vertrag vom übrigen Reich abgetrennten Ostpreußen als ein Retter darstellte.“ 
Erst nach dem Ende der Hitler-Ära hörte Agnes Miegel von dem Unrecht, den Gewalttaten, den Konzentrationslagern und litt schwer darunter. Im Gegensatz zu anderen gab sie aber zu, an Hitler geglaubt zu haben. Mit Gott allein wollte die gläubige, tiefreligiöse Christin dies ausmachen. Ihr Entnazifizierungsurteil im Jahre 1949 lautete ausdrücklich „entlastet“. Wörtlich heißt es dort: „Sowohl Motive wie Handlungen haben niemals NS-Geist verraten.“
Auch viele Bad Nenndorfer Bürger wollen nichts auf „ihre“ Agnes Miegel kommen lassen. Eine derartige Behandlung habe sie einfach nicht verdient, lautet ihre Meinung. So wird nach dem Ratsbeschluss von 2013 ein Bürgerentscheid für den 11. Januar 2015 angesetzt. Es gehört zur Tragik der Geschichte, dass er knapp scheitert. 77 Prozent der Wähler stimmten für den Verbleib des Denkmals, 23 Prozent dagegen. Allerdings hätten mindestens 25 Prozent der 9000 Stimmberechtigten an der Wahl teilnehmen müssen. Es sind knapp 21 Prozent.
Eiligst verfassen die Bad Nenndorfer Verantwortlichen ihr „Rauswurf-Schreiben“. Marianne Kopp erklärt, dass die Skulptur nun einen Platz im Garten des Agnes-Miegel-Hauses finden soll. Wer sie dort besucht, wird dann sicherlich auch die Inschrift zu Füßen der Plastik lesen. Es ist eine Miegel-Zeile von 1950 und das genaue Gegenteil jedweden nationalsozialistischen Gedankengutes. „Nichts als den Hass zu hassen“ steht dort.     Frank Horns


Ungarn gedenkt der
Vertreibung der Deutschen

Aufarbeitung der Vertreibungsverbrechen beispielhaft

 

Zum ungarischen Gedenktag zur Erinnerung an die Vertreibung
der Ungarndeutschen am 19. Januar 2015 erklärt BdV-Präsident
Dr. Bernd Fabritius MdB:

 

Ungarn gedenkt heute würdevoll all jener Deutschen, die nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges von dort vertrieben wurden. Dieses Zeichen der Empathie für die Betroffenen und deren Nachkommen sowie des Bewusstseins für sämtliche Facetten der eigenen Geschichte begrüße ich ausdrücklich.

 

Direkt nach dem Fall des Eisernen Vorhangs – und damit früher als viele andere europäische Länder – hat Ungarn mit der Aufarbeitung der dort begangenen Vertreibungsverbrechen begonnen. Schon 1995 entschuldigte sich die ungarische Regierung beispielhaft für die Vertreibung der Deutschen. Weitere beachtliche Schritte waren etwa die Einrichtung einer Landesgedenkstätte und eines Denkmals in Budapest im Jahr 2006 sowie die Durchführung einer Gedenkkonferenz im ungarischen Parlament im Jahr 2007, an der auch Bundestagspräsident Prof. Dr. Norbert Lammert MdB und die damalige BdV-Präsidentin Erika Steinbach MdB teilnahmen. Der Gedenktagsbeschluss erfolgte 2012 im ungarischen Parlament über alle Partei­grenzen hinweg einstimmig.

 

Wie sehr sich die ungarische Regierung dem Schicksal der deutschen Vertriebenen sowie der deutsch-ungarischen Verständigung verbunden fühlt, zeigen auch die regen Kontakte zum BdV und viele Besuche bzw. Reden beim Tag der Heimat, zuletzt vom Präsidenten der Ungarischen National­versammlung László Kövér.

 

Das Gedenken in Ungarn leitet eine Reihe vieler diesjähriger Veran­staltungen ein, die deutlich machen, dass Vertreibungen gestern wie heute Unrecht sind. Auch in Deutschland wird am 20. Juni 2015, dem Weltflüchtlingstag, auf Bundesebene den deutschen Heimatvertriebenen und Flüchtlingen gedacht.


BdV - Bund der Vertriebenen

Godesberger Allee 72-74

53175 Bonn

Flüchtlingsschutz ist gesamt gesellschaftliche Aufgabe

Dialog, Begegnung und politische Antworten notwendig

 

Zur aktuellen Debatte über die Flüchtlingspolitik und die Demon­strationen der sogenannten „Pegida“ erklärt BdV-Präsident
Dr. Bernd Fabritius MdB:

 

Der BdV steht mit besonderer Empathie an der Seite der heute nach Deutschland kommenden Opfer von Flucht und Vertreibung und unterstützt deren Integration mit seinem bundesweiten Beratungs- und Betreuungsnetz aus haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern.

 

Aus eigener, schmerzvoller Erfahrung wissen die deutschen Heimat­vertriebenen und Flüchtlinge, was es bedeutet, die Heimat verlassen zu müssen. Auch ihre Aufnahme im Nach­kriegs­deutschland, die rück­blickend ganz überwiegend als Erfolgs­geschichte gesehen wird, war geprägt von Vorurteilen und sozialen Spannungen. Oft war es ein langer Weg, bis diese Hindernisse durch Begegnung und Dialog überwunden werden konnten. Heute sind die Mitglieder der im Bund der Vertriebenen organisierten Verbände wichtige Brückenbauer zwischen Deutschland und ihren Heimatgebieten. Dieses Engagement wird hier wie dort zunehmend öffentlich anerkannt.

 

Flüchtlingsschutz ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, dessen Ziel es sein muss, die nötigen Rahmenbedingungen zu schaffen, um die Flüchtlinge von heute mittel- und langfristig genauso gut in unsere Gesellschaft einzugliedern, wie es trotz unterschiedlicher Ausgangslagen bereits einmal den Vertriebenen und Nachkriegsflüchtlingen gelungen ist. Die Debatte darüber kann nicht auf dem Rücken dieser von Leid belasteten Menschen ausgetragen werden.

 

Begegnung, Dialog, aber auch konkrete politische Antworten bleiben wichtige Voraussetzungen, um vorhandene Bedenken abzubauen. Gleichzeitig ist es nötig, dass die Zuwanderer ihre Integration in unsere Gesellschaft aktiv mitgestalten. Der Angst vor Überfremdung kann entgegengewirkt werden, wenn deutlich herausgestellt wird, dass auch heute schon die große Mehrheit ihre Chancen erkennt und unser fortschrittliches Wertesystem annimmt. Nur so kann man Versuchen gegenübertreten, solche Ängste für rechtsradikale bzw. anti-islamische Zwecke zu instrumentalisieren. Auch Bewegungen wie „Pegida“ würden damit letztlich ins Leere laufen.

 

 

 

BdV - Flüchtlingsschutz ist gesamtgesellschaftliche Aufgabe
pm-01-15.pdf
Adobe Acrobat Dokument 198.6 KB
Wasserturm von Lyck
Wasserturm von Lyck

Counter/Zähler